Die schlimmsten Irrtümer beim Investieren

Die schlimmsten Irrtümer beim Investieren

Welches sind überhaupt die schlimmsten Irrtümer beim Investieren? Gibt es sie überhaupt? Ja, es gibt sie und sie sind verbreiteter als man so denkt.

Doch zunächst einmal die Voraussetzung für das Investieren. Es musste zuvor gespart werden. Eine Faustregel dazu: 20 % des Einkommens sollten nicht ausgegeben werden, sondern gespart werden. Nun aber zu den Fehlern:

Welches ist denn der schlimmste Irrtum beim Investieren überhaupt. Es gibt diesen schlimmsten Irrtum tatsächlich und keiner, wirklich niemand, ist davor gefeit. Du hast es schon im Kopf, ich weiß es. Es ist natürlich die Gier. Und diese Gier müssen wir im Zaum halten, wollen wir weise investieren und nachhaltig, denn das ist unser Ziel.

Nun aber zu einem der schlimmsten Irrtümer beim Investieren, der durchaus oft begangen wird:

Es gibt den idealen Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg bei Aktien

Das glauben zwar viele Experten und Laien ebenso, aber wenn es diesen gäbe, dann wäre die ganze Welt erheblich reicher. Heerscharen von Experten, Börsenbriefe zuhauf, alle glauben daran, diesen idealen Punkt erreichen zu können. Probieren kann man es allemal. Leider ist die Wahrheit die, diesen idealen Zeitpunkt gibt es nicht. Jeder, der etwas anderes behauptet, ist unseriös. Aus diesem Grund gibt es keine Pflicht, die Börsennachrichten und die Aktienkurse täglich zu verfolgen. Es gibt dafür keinen Grund. Wenn die Rendite hoch ist, dann ist das Risiko ebenfalls hoch. Wenn Du natürlich zocken willst, und Geld im Überfluss vorhanden, das Du eh nicht brauchst, so what. Ein anderer Fall, auf diesen Fall gehe ich nicht weiter ein.

Siehe dazu auch: https://www.credit-suisse.com/ch/de/articles/private-banking/investieren-die-haufigsten-mythen-beim-anlegen-von-geld-201905.html

Investieren in synthetische Finanzprodukte 

Ein genauso schlimmer Fehler in diesem Zusammenhang ist die Investition in synthetische Produkte wie z.B. einem LevDax-ETF. Ein klassisches sogenanntes Hebelprodukt. Die Bezeichnung Lev steht dabei für Leverage (Leverage bedeutet Hebelung). Steigt der Dax um 1 % an, dann steigt der Wert des ETF um 2 % an. Das hört sich vielversprechend an. Doch leider, leider hat dieses Produkt einen Haken. Diese Rechnung lässt sich nämlich auch auf die Gegenrichtung aufmachen. Fällt der Dax um 1 %, dann fällt der ETF um ? %. Nun kommt diese blöde Mathematik ins Spiel, die gerne mal das ganze Spiel verdirbt. 100 minus 10 % = 90. Das bedeutet, fällt der Dax um 10 % dann werden aus einem Wert von 100 nur noch 90. Das ist richtig. 90 plus 10 & = 99. Sollen die 100 aber wieder erreicht werden, brauchen wir nun plötzlich mehr als 10 % Steigerung, denn 90 + 10 % ergeben nur 99. 

Schwankt der Dax nun über einen längeren Zeitpunkt hin und her, dann wird der Wert langsam zwar, aber stetig, nach und nach nach unten gehebelt. Wer erzählt schon davon etwas? Natürlich niemand, der das Produkt verkaufen will. Es ist ein gut gehütetes Geheimnis. Dieser Sachverhalt ist auf den ersten Blick nicht so ersichtlich, er ist aber durchaus logisch. Die Gier hindert den Menschen jedoch daran, diese mathematischen Rechnungen aufzustellen und auch eine Risikoanalyse zu machen.

So nun gibt es aber noch weitere Fehler beim Investieren, eine weitere klassische Investitionsmöglichkeit, die aber zusehends bedeutungsloser wird ist:

Lebensversicherung – eine Investition?

Bei früheren Policen und als die Zinsen noch höher waren, konnte sich eine oder mehrere Lebensversicherungen durchaus lohnen. Die Zeiten ändern sich aber. Bei Nullzinsen heute und auf absehbare Zeit, ist die Lebensversicherung mit Vorsicht zu betrachten. Warum?

Von 100 Euro, die in solch eine Anlageform eingezahlt werden, werden nur magere 90 % etwa tatsächlich angelegt. Die Differenz sind Kosten für Verwaltung, Abschlußprovisionen, Vertrieb etc. Seit 2017 beträgt der garantierte Zins für eine solche Anlage nur noch 0,9 % für neu abgeschlossene Lebensversicherungen. Dazu kommt die Inflation. 

Wie ist aber mit einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung? Auch hier sind die Kosten zu beachten. Zu durchschnittlich 1,6 % Kosten wie Verwaltung, Provisionen etc. kommen noch dazu: Verwaltungsgebühren von ca. 1,3 % für den Fondssparplan. Das ist leider noch nicht alles. Es entstehen auch noch 1,5 % etwa Transaktionskosten. Was soll das denn sein? Diese entstehen einfach dadurch, dass die Wertpapiere häufig gehandelt werden, es sind also Handelskosten. Nicht in Deinem Interesse oder?

Riester und Rürup – eine sichere Bank?

Aber Riester und Rürup-Rente sind doch steuerlich begünstigt, wirst Du jetzt einwenden. Ja, in der Ansparphase können die Beiträge (bis zu einer festgelegten Höchstgrenze) steuermindernd wirken (als Sonderausgaben). Werden die Verträge jedoch irgendwann ausgezahlt, dann müssen sie voll und ich meine voll versteuert werden. Die Kosten betragen teilweise bis zu einem Drittel der Sparbeträge (das ist super für die Verkäufer dieser Verträge). Es soll auch ganz vernünftige Kostenstrukturen geben, die Suche danach dürfte aufwändig werden. 

Wer sich dafür ernsthaft interessiert und sich durch den Dschungel dieser Verträge wühlen will, könnte durchaus auch Verträge mit vernünftigen Kostenstrukturen finden. Das Problem ist der enorme Zeitaufwand, der damit verbunden ist. Versteuert muss es aber trotzdem bei Auszahlung werden. Es ist zu beachten, dass ein RürupVertrag nicht so einfach wieder gekündigt werden kann.

Ein weiterer kapitaler Fehler beim Investieren ist:

Tagesgeldkonto als Investition ansehen

Die Zinsen für Tagesgeldkonten sind niedrig. 0,8 % sind schon ein verdammt gutes Angebot, die Inflation ist derzeit höher. Bei einer Laufzeit von 1 Jahr kann eine Rendite für Festgeld auch mal 1,3 % bringen. Eine Investition ist es aber nicht.

Das Tagesgeldkonto ist geeignet für kurzfristiges Anlegen des Geldes in der Ansparphase zum Investieren und/oder als Notgroschen durchaus eine Alternative zum Girokonto. Eine Investitionsmöglichkeit ist es wegen den Zinsen, die unter dem Inflationsniveau sind, leider nicht.

Gibt es noch mehr Anlageformen, die tendenziell nicht als Investition taugen? Oh ja, ein Beispiel ist:

Geschlossene Fonds als Investitionsvehikel

Geschlossene Immobilienfonds haben einige Skandale hinter sich. Das Verlustrisiko ist hier besonders hoch. In der Vergangenheit wurde diese Anlageform gern von gut verdienenden Privatpersonen als Steuermodell genutzt. Als Investitionsmodell wegen dem hohen Risiko nicht zu empfehlen.

Was sind CFDs? 

Contract for Difference (CFDs) sind Derivate. Bestimmt hast Du davon schon gehört. Hier wird auf die Entwicklung von diversen Basiswerten (wie z.B. Börsenindizes) gewettet. Auch bei dieser Anlageform wird „gehebelt“. Die Warnhinweise der Anbieter sprechen Bände. Das Verlustrisiko ist hier sehr hoch. Als solide Investition also nicht zu gebrauchen. Für Zocker jedoch bestimmt geeignet.

Ein Bausparvertrag kann nicht schaden?

Hey, Bausparen, das war mal ganz cool. Monatlich ansparen, dann Darlehen nehmen, bauen oder kaufen. Und voilá, alles super. Aber mit den Niedrigzinsen, die auch noch eine Weile (oder länger) so mini bleiben, wirklich eine gute Idee?

Spare ich z.B. 500 Euro im Monat für die nächsten 10 Jahre, dann würde mein Guthaben ca. 57 959,37 Euro betragen. Das Darlehen hätte eine Höhe von ca. 56 030,63 Euro, insgesamt also 114 000 Euro. Wow, das hört sich gut an. O.k. nun das Ganze ohne Bausparen. 500 Euro x 12 Monate = 6000 Euro Sparen im Jahr. Das bedeutet x 10 Jahre = 60 000 Euro. Doch Moment, das Guthaben beim Bausparen war doch weniger. Wo ist der Rest geblieben?

Ja, da waren sie wieder, die Kosten. Viele Bausparkassen beschäftigen Mitarbeiter, die Verträge wollen verwaltet werden, Abschlusskosten, Minizinsen von 0,1 %. Die hohen Kosten übersteigen die Minizinsen und somit ergibt sich ein Verlust innerhalb der 10 Jahre von 0,69 %.

Ein Vorteil hat ein Bausparvertrag aber doch

Ja, der Abschluss eines Bausparvertrages kann trotzdem Sinn machen. Es ist eine Verpflichtung, die es nicht so leicht wieder aufzulösen gilt. Somit wird dieser Betrag auch wirklich gespart und nicht ausgegeben. Es ist quasi ein Zwang, weiter zu besparen, da einmal abgeschlossen, die Auflösung des Vertrages sehr teuer werden kann.

Es gibt aber noch eine andere Anlageform:

Aktien als Investition

Ja, ja und nochmals ja. Aktien sind als Investition sicher kein Fehler, obwohl auch Aktien nicht ganz ohne Risiko sind. Dies kann aber durch eine sinnvolle Streuung reduziert werden. Du, als Aktionär, wirst am Unternehmen beteiligt, am Gewinn (durch Ausschüttung einer Dividende) und / oder am Erfolg (Kursgewinn) im besten Fall. 

Und was ist mit der eigen genutzten Immobilie, das ist doch das Investment schlechthin für jeden?

Selbst genutzte Immobilie als Investitionsmodell

Ein Eigenheim ist höchst emotional, deshalb ein zumindest umstrittenes Investment. Allerdings zwingt der Kauf eines Eigenheims zum Sparen, denn die Kreditraten zur Finanzierung wollen bedient werden. Hier muss jeder individuell abwägen, ob das für ihn die richtige Entscheidung ist.

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