Bedingungsloses Grundeinkommen – ein Menschenrecht?

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Menschen. Vom Baby bis zum Greis bekommt jeder Bürger ca. 1000 – 1500 Euro vom Staat. Einfach so. Per Gesetz verankert, ohne Wenn und Aber. Wäre das nicht wunderbar? Oder ist das nur eine Spinnerei?

Zentrale Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens

Eine der elementarsten Auswirkungen ist die Verringerung der Ängste. Was für eine Erleichterung, wenn ein gewisser Grundstock an Geld einfach da ist. Wer Fähigkeiten besitzt und diese einsetzen kann und will, könnte mehr besitzen. Wer nicht arbeiten will, braucht es nicht. Die Leute können endlich das tun, was sie im Inneren spüren. Bücher lesen, ins Theater gehen, dem Müßiggang frönen. Oder anderen Menschen helfen, mit den Kindern spielen. Realistisch? Utopisch? Ist das überhaupt erstrebenswert? 

Doch was ist mit der Wirtschaft? Nahrungsmittel müssen angepflanzt werden. Die Menschen brauchen Kleidung. Manchmal braucht man einen Handwerker, der etwas repariert. Und Dienstleistungen wollen wir auch alle haben.

In Zeiten der Selbsterzeugung war das Leben der Menschen sehr karg. Der Wohlstand wurde mit der immer kleinteiligeren Arbeitsteilung erreicht. Dadurch konnten die Preise gesenkt werden und der Wohlstand für alle wuchs. Das Wachstum hat nun einen gewissen Sättigungsgrad erreicht, zumindest in den westlichen Gefilden. Der Trend geht zu weniger von allem. Das bedeutet weniger Kleidung, weniger Nahrungsmittel, auch weniger Arbeit. Ist es jetzt nicht an der Zeit eine neue Ära zu beginnen?

Gefahren bei Einführung eines Grundeinkommens

Diese „weniger ist mehr“-Mentalität scheint vernünftig. Doch wahr ist auch, dass es Teile der Bevölkerung gibt, die bisher vom Überschuss gut leben konnten. Dies könnte dann nicht mehr der Fall sein. Wird der Überschuss abgebaut, so können Leute, die z.B. von weggeworfenen Lebensmitteln leben, nicht mehr genug finden. Da scheint ein Grundeinkommen die ideale Lösung zu sein. Wenn jeder ein Grundeinkommen hat, werden aber wahrscheinlich gar keine Überschüsse mehr aufgebaut. Es lohnt sich schlicht nicht. Dadurch könnte der zu verteilende Kuchen schrumpfen. Dadurch könnte auch das Grundeinkommen sinken.

Leistung wird nicht mehr so hoch belohnt wie ohne Grundeinkommen. Dies könnte langfristig zu Aufständen führen, da dies so nicht beabsichtigt wurde. Aus der Wohlstandsgesellschaft könnte auf längere Sicht eine an Mangelwirtschaft leidende Gesellschaft werden. Unbeliebte Berufe würden nicht mehr ausgeführt werden. Wenn dann nur noch sporadisch, mit Zwang. Schwere oder eklige Arbeiten haben dasselbe Problem. Es gibt keinen Anreiz, sie überhaupt auszuführen. Auch könnten viele Menschen in eine Sinnkrise fallen. Arbeiten gibt dem Leben Sinn, Erfüllung und Bestätigung. 

Viele würden freiwillig arbeiten, aber vielleicht nicht so viel, wie wenn sie das Grundeinkommen nicht hätten. 

Würde die Welt freundlicher?

Vielleicht. Leider brauchen Menschen aber auch Reibungspunkte. Sie wollen sich an anderen messen, besser sein als die anderen. Was ist, wenn alle gleich erfolgreich sind. Es wird immer Menschen geben, die besser sein wollen. Wie würde das kompensiert werden?

Wer unterstützt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens?

Einer der Vorreiter ist der Drogeriemarktgründer Götz Werner. In seinem Buch „Einkommen für alle“ argumentiert er schlüssig für ein Einkommen für alle Menschen. Er legt auch die Finanzierung dar. Der Kern der Finanzierung erfolgt über eine höhere Mehrwertsteuer. Eigentlich geht es sogar um ein ganz neues Sozialsystem.

https://www.amazon.de/Einkommen-für-alle-Götz-Werner/dp/3404606078

Welches sind die Argumente für ein BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen)?

  • Durch die Digitalisierung sind wir quasi gezwungen, die gesellschaftlichen Folgen wie z.B. hohe Arbeitslosigkeit, aufzufangen. Für alle Menschen muss ein würdiges Leben möglich sein.
  • Das bestehende Sozial- und Rentensystem ist ausgelaugt und nicht mehr tragbar, ein neues System muss gefunden werden.
  • Das Sozialsystem von heute wird als ungerecht empfunden – das BGE könnte das ändern
  • Arbeitnehmer könnten endlich mehr Sicherheit erlangen und sich selbst verwirklichen
  • Arbeitssuchende müssten nicht mehr jeden Job annehmen, was ihnen die Würde zurückgibt
  • Der Arbeitsmarktsektor könnte enorme Flexibilität entwickeln

Welches sind die Argumente gegen ein BGE?

  • Die Finanzierung ist nicht sicher
  • Wenn das Sozialsystem so radikal verändert wird, kann dies auch unvorhergesehene Auswirkungen haben. Dies würde eine große Anzahl an Menschen betreffen.
  • Wenn das BGE durch eine erhöhte Mehrwertsteuer finanziert würde, könnte die Kaufkraft der Bürger abnehmen.
  • Eine Finanzierung über die Vermögens- und Einkommenssteuer würde vermutlich nicht ausreichen
  • Ländliche Regionen könnten verlassen werden
  • Die Arbeitsmoral könnte insgesamt sinken bzw. die Menschen würden nur halb so viel arbeiten wie ohne BGE

Ein Modell des BGE mit sozialen Pflichten für alle Menschen wäre zwar eine Alternative. Mit diesem Einschnitt wäre das BGE aber nicht mehr bedingungslos. Der größte Anreiz würde verloren gehen. Viele Fragen bleiben offen, wobei die Finanzierbarkeit wohl der Knackpunkt ist. Was denkst Du darüber? 

Schreib es gerne in die Kommentare!

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