Warum nur verdienen Frauen weniger als Männer?

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Warum nur verdienen Frauen so viel weniger als Männer?

Eventuell kann uns die Wissenschaft weiterhelfen.

Wissenschaftler legten in einem Experiment 3 Gruppen an:

  • gemischte Gruppen (Frauen und Männer),
  • eine reine Frauengruppe
  • eine reine Männergruppe. 

Die Person in einer Gruppe, die als erste in ein Projekt investiert, bekommt die niedrigste Rendite. Alle weiteren Personen bekommen eine höhere Rendite. 

Wie ist dieses Experiment ausgegangen?

Auffällig oft, jedoch nicht immer, investierte eine Frau in den gemischten Gruppen zuerst. Das Experiment wurde daraufhin etwas abgewandelt. Im nächsten Versuch musste eine andere Person in der Gruppe bestimmen, welche Person in der Gruppe zuerst investieren muss.

Wie ist das ausgegangen? Wieder wurde öfter eine Frau ausgewählt als ein Mann. Beide Geschlechter wählten gleichermaßen häufiger eine Frau als einen Mann aus. 

Frauen üben bevorzugt soziale Berufe aus

Bemerkenswert? Ungewöhnlich? Zufall? Ich glaube nicht. Es ist eine tiefgehende, gesellschaftlich konstituierte Norm, die hier zum Tragen kommt. Es wird unbewußt von allen Teilnehmern angenommen, dass eher eine Frau sich „opfern“ müsste. Hier spielt das Bild der Frau als Mutter eine große Rolle. Eine Mutter würde alles für ihren Nachwuchs tun und sich eben „aufopfern“, ein wenig wird das sogar erwartet.

Dieses Verhalten ist tief in einer Frau verankert. Zum größten Teil ist es schon in der Kindheit antrainiert worden. Es ist zutiefst positiv für die Menschheit. Doch für die Frau hat es einen entscheidenden Nachteil.

Undankbare, wenig prestigeträchtige Aufgaben werden oft von Frauen erledigt. Diese Arbeiten sind zeitaufwändig und bringen keine Vorteile mit sich. Gleichwohl sind diese Aufgaben dadurch geprägt, dass sie enorm wichtig sind für die Gesellschaft (z.B. Kindererziehung). Aufgaben, die mit messbaren Erfolgen assoziiert werden, werden aber anderen, oft Männern übertragen. Denn den Frauen fehlt die Zeit dafür. Implizit heisst das auch, dass die Arbeit der Frau geringer wertgeschätzt wird. Die Folge davon ist, dass die Arbeit der Frau geringer entlohnt wird. Darüber hinaus wird die Frau für die nächste anstehende Beförderung nicht berücksichtigt. Diese Faktoren führen schließlich dazu, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

Frauen in Männer-Domainen – eine Seltenheit

Die Finanzbranche genießt, spätestens nach dem Lehman-Desaster 2008, keinen guten Ruf. In den Banken- und Versicherungsabteilungen sehen wir in den Chefetagen vornehmlich Männer. Nicht selten werden diese als „gierig“, „rücksichtslos“ und „machtgeil“ betitelt. Welche Frau will sich in ein solches Terrain begeben? Der Verdienst ist in solchen Finanzberufen aber sehr hoch.

17 % der Männer in Österreich besitzen Aktien (Einzelaktien). Bei den Frauen sind es nur magere 6 %. In Deutschland wird es nicht viel anders aussehen. Christine Lagarde ist eine Frau und ehemalige Wirtschaftsministerin in Frankreich. Sie ist die ehemalige Direktorin des IWF und wurde als erste Frau in der Geschichte Leiterin der Europäischen Zentralbank. Eine Ausnahme in der Welt des Geldes. 

Frauen scheinen sich für Geldangelegenheiten nicht zu interessieren. Oder doch? Immer mehr Frauen tun es und müssen es sogar tun. Vielen Frauen wird so langsam bewusst, dass es eng werden könnte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Frauen im Alter wenig bis sehr wenig Geld zum Leben haben werden. Insbesondere ist das dann der Fall, wenn sich Frau komplett auf die staatliche Fürsorge verlässt. Hier spielen natürlich wesentlich die niedrigeren Einkommen von Frauen eine Rolle und die Tatsache, dass in sozialen Berufen, oft von Frauen ausgeübt, die Löhne gering sind.

Frauen und die Finanzen

Ein weiteres Problem ist, dass Frauen in Beziehungen oft überhaupt keine Einsichten in die gemeinsamen Finanzen haben. Sie sind vollständig abhängig von anderen. Zwar glauben sie, dass der Mann oder der Experte schon alles zum Guten regeln wird. Doch oft kommt der Schock, wenn es zur Trennung kommt oder der Partner unerwartet stirbt. Es gibt genügend Fälle, in denen die Frauen nicht wussten, wie viele Schulden vorhanden sind. Selbst über die Wertanlagen der Familie waren sie nicht informiert. Dies ist übrigens keine Wahrheit, die nur in den unteren Einkommensschichten zum Tragen kommt. Weit gefehlt, es betrifft tatsächlich alle Schichten.

Frauen verdienen weniger, weil sie seltener selbständig sind

Schauen wir uns kurz gemeinsam einen weiteren Fakt an. Zum Start eines eigenen Unternehmens ist oft ein Startkapital notwendig. Schaut man sich die europäische Technologieszene an, so wird klar, in fast allen Firmen wird Diversifikation gesucht. Doch jetzt kommt die Realität. Nur 2 % der Gründerteams erhalten Risikokapital. Diese 2 % beziehen sich auf von Frauen gegründete Startups wohlgemerkt. In gemischten Teams fließen schon 7 % Startkapital mit ein und das restliche Risikokapital bekommen Gründer (Männer). Es fällt hier eine große Diskrepanz von Lippenbekenntnissen und tatsächlichen Sachverhalten ins Auge. Es werden zwar immer wieder  Gründerinnen ins Rampenlicht geschoben, tatsächlich sind es absolute Ausnahmefälle.

Was sind die Gründe? Hier könnte es manchmal am Auftreten der Frauen liegen. Frauen wirken oft eher bescheiden. Sie machen sich klein, hegen Zweifel, denken klein, sind vorsichtig, niemand soll gefährdet werden. Bewusste und vor allem unbewusste Vorurteile spielen eine große Rolle. Frauen wird IT nicht zugetraut, sie werden oft als unerfahren deklariert. Männer hingegen werden als aufstrebend und erfolgsorientiert wahrgenommen. Vorsicht wird mit Frauen assoziiert und als Hemmnis empfunden. Vorsichtige Männer gelten als außergewöhnlich und besonders hervorzuheben. Frauen werden gefragt, wie das Unternehmen ein Scheitern verhindern will. Männer werden nach den potenziellen Wachstumsprognosen gefragt. Diese Fakten wurden in wissenschaftlichen Studien der Harvard und Columbia Universitäten herausgefunden.

Frauen verlassen sich zu oft auf Experten in Geldangelegenheiten – aber nicht nur Frauen

Gerade für Frauen scheint Geld nur zweitrangig zu sein. Geld verdienen ist nur Nebensache, das ist gar nicht nötig.

Gerade unter Frauen scheint die Meinung vorzuherrschen, dass Investitionen nur was für Experten ist. Welche Personen kommen dafür in Frage? Finanzberater, Banker des Vertrauens, der Verwandte der Versicherungen vertreibt, der Ehepartner? Wissen alle diese Personen es besser? 

Ich glaube, das ist ein Trugschluss. Finanzberater, wenn sie nicht unabhängig arbeiten, müssen ihr Geld mit Abschlüssen von Verträgen verdienen. Sie können nur das anbieten, was ihre Auftraggeber im Portfolio haben. Der Ehepartner ist zwar oft risikobereiter, aber nicht immer klüger in Finanzdingen. Es gibt exakt nur eine Person, die beurteilen kann, wo das Geld am besten investiert werden sollte. Diese Person bist Du! Und es ist eine verdammt lohnenswerte Aufgabe, sich darum zu kümmern. Denn Geld haben, investieren und auch die Macht, darüber zu verfügen, gibt Dir als Frau ein ganzes Stück mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Kaum eine andere Energiequelle ist dazu in der Lage. 

Allerdings ist es mit Verantwortung verbunden, seine Finanzen selbst zu managen. Die volle Verantwortung meint auch, Fehler zu begehen und dafür gerade zu stehen. Denn Fehler werden überall gemacht. Fehler macht auch Dein Finanzexperte, der zufällig auch Dein Nachbar ist. Nur wenn der Finanzexperte einen Fehler macht, dann kannst Du ihm die Schuld in die Schuhe schieben. Das fällt bei eigenen Fehlentscheidung natürlich weg.

Dafür ist der Lerneffekt von Fehlern sehr groß. Denn „was Du im Kopf hast, kann Dir keiner nehmen“ bedeutet auch, die gemachten Erfahrungen sind bares Gold wert. Rückschlage oder eine falsche Anlagestrategie sollten Dich nicht davon abhalten, deine Finanzen selbst zu regeln. 

 

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